Her mit dem Tequila

Ich bin ein Pechvogel. So ein richtiger Donald Duck. Am Mittwoch steh ich so auf’m Hof, will gerade zur Schule fahren, doch dann find ich irgendwelchen Müll in meiner Jackentasche und denk mir ach, ich schmeiß den schnell mal noch weg. Gesagt getan, und plötzlich kippt Henriette (mein Rad) um. Auch nicht so wild, passiert in letzter Zeit öfter, Henriette hält das ja aus. Also Rucksack aufgesetzt, aufs Fahrrad geschwungen, und plötzlich ist meine Hose nass. Ich mein so richtig.

Was ich nämlich nicht gemerkt hab: Als das Fahrrad umgekippt ist, sind die beiden Flaschen Mate, die in meinem Rucksack waren, der in meinem Fahrradkorb stand, zersprungen. In ungefähr tausend einzelne kleine Glasscherben. Nein Millionen. Mein Rucksack war bis zur Hälfte mit tötlichem Granatapfel-Mate gefüllt. Und ich hab das erst gemerkt, als ich den Rucksack schon auf dem Rücken und den Mate in der Hose hatte.

Und jetzt ist alles hin, mein knapp 30€ teures Fachbuch, zum Glück noch benutzbar, nicht wie mein Tablet, oder meine Notizen der letzten drei Wochen. Drei Wochen. DREI. Sprich ein Telefonbuch voller Notizen.

Naja, da ich ja zum Glück (haha!) seit gestern ne periphere Atemwegsobstruktion habe und meine Lungenfunktionswerte zwischen 38% und 75% vom Soll pendeln, schreib ich jetzt einfach alles nochmal. Hat sicher auch ’nen tollen Lerneffekt.

Fazit der Woche: Herz gebrochen, Lunge verengt, zu pleite für Mad Caddies, 3 Tage Unterricht verpasst, erwisch die blöde Fliege in meinem Zimmer nicht die irgendwie in mein Ohr will. Her mit dem Tequila.

Der letzte Kuss

2016 war bis eben das geilste Jahr meines Lebens. Ich bin durch die Gegend gereist, habe tolle Menschen kennen gelernt, habe bis zum Umfallen Softball gespielt, die Meisterschule angefangen, alte Freundschaften aufgefrischt, wichtige (und falsche) Entscheidungen getroffen. Kurz, ich bin auf dem besten Weg zu mir selbst. Oder ich war. Keine Ahnung.

Du hast einen riesengroßen Anteil daran, wie ich mich im letzten halben Jahr entwickelt habe, und es macht mich unglaublich traurig daran zu denken, das es das jetzt gewesen sein soll. Wir werden nicht auf den Ramblas von Barcelona stehen, nicht unterm Eiffelturm zelten und nicht mit einem Hausboot in den Sonnenuntergang schippern. Vielleicht machen wir das irgendwann, aber wir machen es nicht so, wie wir uns das ausgemalt hatten: Zusammen.

Du wirst mir ziemlich fehlen, Batman, aber ich muss jetzt gehen.

P.S. Du hast echt ’n Talent, den richtigen Song im falschen Moment zu singen.

Endlich.

Für alle die, die in den letzten Wochen mit mir zusammen die Luft angehalten haben: Ihr könnt wieder durchatmen. Das BAföG Darlehen ist endlich durch, ich hab das Geld für den ersten Lehrgang erhalten und muss nun nicht mehr bangen, den Kurs doch nicht machen zu dürfen!

Seit anderthalb Wochen läuft der erste Kurs, Meisterprüfungs-Vorbereitungslehrgang Teil III Wirtschaft und Recht, nun schon und ich bin sehr zufrieden. Auch wenn das ganz schön trockener Stoff ist, macht es sehr viel Spaß, die anderen Meisterschüler sind alle sehr nett und lustig drauf und man kann sich einfach aufs Lernen konzentrieren, weil alle freiwillig da sind und alle das durchziehen wollen. Das absolute Gegenteil vom Unterricht in der Berufsschule.

Ich bin immernoch total aufgeregt wenn ich morgens aufstehe, vielleicht weil ich gar nicht so richtig glauben kann, was ich hier eigentlich grade mache. Es tut so gut zu wissen, dass so viele Leute hinter mir stehen und daran glauben was ich vorhabe, dass meine Freunde mir den Rücken frei halten wenn mal jemand gegen mich wettert, weil er meint ich wäre zu faul zum Arbeiten und/oder will nur dem Staat auf der Tasche liegen. Mit euch hinter mir habe ich einfach jeden Tag das Gefühl, das Richtige zu tun. Ihr seid klasse!

Also, für den Wirtschafts-/Rechtsteil habe ich jetzt noch etwa fünfeinhalb Wochen Unterricht und direkt im Anschluss kommt auch gleich die erste Prüfung dazu. Angst davor hab ich eigentlich keine. Ich will das unbedingt durchziehen und anders als bei der Ausbildung will mir das auch keiner ernsthaft vermiesen. In den ersten anderthalb Wochen haben wir schon so viel Wissen reingeprügelt bekommen und ich weiß, dass da noch eine ganze Menge auf uns zu kommt, aber dank euch glaube ich endlich wieder an mich und weiß, dass ich das ohne Probleme schaffen kann.

Der eine oder andere wartet wahrscheinlich noch auf die Bilder aus Holland, aber ich denke ihr habt Verständnis dafür, wenn ich sage, dass ich das noch ein bisschen verschieben will. Ich versuche jeden Abend den Stoff des Vortages noch einmal durchzugehen, will als Ausgleich wieder mindestens zweimal die Woche zum Training gehen und dann ist da noch ein anderes „kleines“ geheimes Projekt zum Thema Softball, an dem mir sehr viel liegt, über das ich aber gerade noch nichts verraten möchte. Ich denke zu den Herbstferien gibt es dazu die erste Ankündigung. Ihr dürft gespannt sein.

Nichtsdestotrotz will ich versuchen, wieder öfters zu bloggen – ich weiß, das sag ich ja immer – aber hier ist grade echt viel Action. Verzeiht mir, und bleibt dran!