Ein Brief an Kerstin Gier

Ein Brief an Kerstin GierHallo Frau Gier,

Michael Ende war schon immer mein Lieblingsautor. Fuchur und Atréyu haben mich fasziniert, ich war eifersüchtig auf Momo und hab mir gewünscht, meine Katze könnte singen wie Maurizio di Mauro. Carlos Ruiz Zafón hat Endes Platz dann irgendwann, naja nicht eingenommen, aber zumindest mit belegt. Seit ich dessen Bücher lese, gibt es für mich keinen schöneren Ort als das Barcelona, in das er mich immer wieder entführt.

Irgendwann bekam ich Für jede Lösung ein Problem geschenkt. Es dauerte zwei Tage. Ich bestellte Lügen, die von Herzen kommen und Ein unmoralisches Sonderangebot zum Super-Sparpreis im Doppelpack. Drei Tage. In Wahrheit wird viel mehr gelogen, Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner – Zusammen zwei Tage. Dann kam die Edelstein-Trilogie – eine Woche, für alle drei Bücher. Vor etwa einen Monat kaufte ich mir dann das erste Mütter-Mafia-Buch, eine Woche später war ich schon auf der Suche nach dem zweiten – „Gibt’s hier nur alle drei im Bundle, tut uns Leid“. Ich hab die Suche nicht aufgegeben und es doch als Einzelstück bekommen. Habe es heute angefangen. Morgen muss ich mir das dritte kaufen.

Was zur Hölle tun Sie mir da an? Ich traue mich kaum, Ihre neue Trilogie zu kaufen, weil ich Angst habe, dass meine Tochter bei der ganzen Leserei noch zu kurz kommt. Ich weiß nicht, wie Sie das anstellen. Ich lache und weine, und das mitten in der U-Bahn, und alle gucken mich komisch an, wenn ich Ihre Bücher lese. Und immer wenn ich durch bin, bleibt ein leeres Gefühl zurück, nicht etwa weil das Ende komisch war, sondern weil ich noch mehr davon brauche. Ich bin regelrecht süchtig nach Kerstin Gier.

Ich kann Ihnen nur eins sagen: Hören Sie niemals auf, Bücher zu schreiben. Niemals! Ich würde wahrscheinlich an den Entzugserscheinungen krepieren.

Liebe Grüße,

Nadue

P.S.: Ich brauche ein neues Bücherregal.

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