Einmal Paradies und (am Liebsten nie wieder) zurück

Es war viel zu kurz. Ich hab tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, nur ganz kurz natürlich, einfach länger zu bleiben, einfach noch eine Woche dranzuhängen oder zwei. Ich hatte einfach nicht genug Zeit.

Mittwoch Abend war ich ja wie gesagt auf dem Konzert von Silverstein. Es war unglaublich und der beste Start in so ein verlängertes Wochenende, den man haben kann. Nach dem Konzert habe ich noch eine „kleine“ Kneipentour gemacht: Wild At Heart, Bar 11 und Jail. Habe mit meinem Papa und Freunden zusammen gesessen und gequatscht, bis es hell wurde. Denn nach dem Konzert nach Hause zu gehen, einige wenige Stunden zu schlafen um dann wieder in die Stadt zum Bahnhof zu fahren hätte sich nicht gelohnt. Da auch das Jail irgendwann zumachen musste und es immernoch nicht spät genug war, um mit den Öffis zum Bahnhof zu fahren, bin ich einfach gelaufen: Von Kreuzberg zur Friedrichstraße um meinen Rucksack aus dem Schließfach zu holen und von da dann weiter zum Hauptbahnhof.

Als ich dann endlich im Zug saß, wär ich am Liebsten direkt eingeschlafen. Der Typ aus Kreuzberg, der seine Freundin für den Trip nach Amsterdam hat bezahlen lassen, obwohl sie ihm eigentlich viel zu langweilig ist, hatte aber andere Pläne und hat mich noch ein paar Stunden wach gehalten und mir seine Nummer und kurz bevor ich ausgestiegen bin auch noch ein bisschen Grünzeug zugesteckt (hallo, wo sind wir grad nochmal hin unterwegs?).

Und da stand ich dann also, am Bahnhof Hilversum, total übermüdet, keine Ahnung wie ich zum Campingplatz komme. Aber dieses Gefühl, für absolut gar nichts die Verantwortung übernehmen zu müssen, hat mir ein dickes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Vor mir lagen vier Tage voller Unabhängigkeit, Spontanität und Freiheit.

[Fortsetzung folgt]

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