Ich will schreiben können. Buchstaben zu Wörtern aneinanderreihnen und Wörter zu Sätzen formen und aus Sätzen Geschichten machen. Ich schreibe nur Tagebuch.
Ich will Mitgefühl, Lob, Kritik. Aber ich bekomme nichts. Denn ich schreibe nur Tagebuch.
Ich lese Bücher. Viele Bücher. Wenn ich ein Buch zu Ende gelesen habe, dann will ich selbst Geschichten schreiben. Will die Menschen zum Lachen bringen, so wie Kerstin Gier mich zum Lachen bringt. Will sie zu Tränen rühren wie Cecilia Ahern. Will sie bewegen wie Roman Held. Aber ich kann nicht. Ich schreibe nur Tagebuch.
Ein Tagebuch fängt alle Tränen auf. Es speichert jedes Lachen. Jedes Gefühl. Mein Tagebuch tut das nicht. Denn jeder kann es lesen.
Ich habe Angst, zu schreiben. Ich habe Angst, dass meine Tränen jemanden treffen. Das mein Lachen jemanden verletzt. Dass meine Gefühle sonst niemanden etwas angehen. Dass ihr nicht wollt, dass ich schreibe, weil ihr nicht wollt, dass ich es jedem erzähle.
Aber ich will es erzählen. Der ganzen Welt. Ich will keine Angst mehr haben. Ich will einfach nur schreiben. Ich will schreiben, was ich will. Und ich will es dürfen.
Wenn ich schreibe, lese ich noch drei mal, bevor ich es veröffentliche. Bin ich zu gemein? Ist das zu persönlich? Kann ich das schreiben, ohne jemandem weh zu tun? Ich will schreiben. Und meinen Kopf dabei abschalten.
Ich will. Ich kann auch. Und ob ich darf, ist mir egal. Ich weiß nur nicht, ob ich sollte.
Aber von jetzt an werde ich versuchen, zu schreiben. Alles.


Ohne Senf.
Ohne Senf.
Senf dazugeben?