Krank oder nicht krank, das ist hier die Frage

Einige meiner Leser wissen ja vielleicht, dass ich vor Kurzem für vier Wochen in einer Mutter-Kind-Reha war. Das war der erste Schritt auf diesem Weg, den ich nun mit euch gemeinsam gehen möchte.

Nachdem die Kurmaßnahme endlich von der Krankenkasse genehmigt war, erhielt ich von der Klinik einen Fragebogen. Eine Frage ist mir, vor Allem aufgrund meiner Antwort, besonders im Gedächtnis geblieben:
001Tja. Kurz vor Abreise nach Buckow hab ich dann tatsächlich eine Diagnose erhalten: Fibromyalgie, zu deutsch Faser-Muskel-Schmerz. Eine Störung im zentralen Nervensystem, mit der Folge einer erniedrigten Schmerzschwelle. Nicht heilbar, weil niemand weiß wieso es das überhaupt gibt. Mein Therapieziel wurde demnach sofort ein anderes: Irgendwie klar kommen.

Dann kam endlich die Kur und mir wurde eines dort sehr schnell klar: Es geht nicht darum, einen Weg zu finden, damit klar zu kommen, nie wieder gesund zu werden. Ich muss einen Weg finden, mich nicht über die Krankheit zu definieren, sondern über mein eigenes Ich. Dieses Ich ist in den letzten fünf Jahren, als das mit den dauernden Schmerzen losging, einfach verloren gegangen. Vielleicht vorher schon, wer weiß das schon.

Seit der Kur hat sich ein anderer Gedanke manifestiert: Ich bin nicht krank, ich habe Fibromyalgie. Das ist keine Krankheit, das ist nur ein Störfaktor. Eine Störung im System, ein falsch angeschlossenes Kabel. Ich kann vielleicht den Stecker nicht ziehen, aber da sind so viel mehr Steckdosen.

 

1 Kommentar auf “Krank oder nicht krank, das ist hier die Frage

  1. Sven sagt:

    Ich kenne diese Störung, einige von meinen Mitarbeitern haben diese auch. Aber der Unterschied zu dir ist, sie haben sich damit identifiziert und sind dadurch erst krank geworden…
    Nach diesen deinen Worten, erkennt man, dass du es dazu nicht kommen lassen willst! Und du packst das, da bin ich mir sicher!

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