Mein Weg aus dem Chaos in meinem Kopf

„Schätzungen zufolge leiden weltweit inzwischen ca. 350 Millionen Menschen unter einer Depression.“

Dieses Zitat fand ich auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit. Eine unglaublich hohe Zahl, und trotzdem fühlt man sich, wenn betroffen, unglaublich allein.

Dreihundertneunundvierzig Millionen neunhundert Tausend neunhundertneunundneunzig Menschen, die genauso verzweifelt sind wie ich. Ich schleppe das nun schon einige Jahre mit mir herum, hab Therapien probiert, die alles noch schlimmer machten, hab mich zugedröhnt, wenn es am schlimmsten war. Vor ein paar Tagen habe ich endlich gewagt, dem Ganzen den Kampf anzusagen: Ich will das nicht mehr. Ich will nicht mehr den ganzen Tag schlafen, nichts essen und Verabredungen absagen, weil ich es einfach nicht aus dem Haus schaffe. Ich will nicht mehr jeden Tag fünf verschiedene Medikamente einnehmen, die die Symptome nur teilweise unterdrücken und nichts besser machen. Und ich will endlich darüber schreiben.

Das hier ist ein Experiment. Keine Medikamente mehr, stattdessen die richtige Therapieform finden, von Erfolgen und Misserfolgen berichten und endlich wieder ehrlich zu mir selbst sein. Mir kleine, aber erreichbare Ziele setzen. Mich belohnen, wenn ich es geschafft hab, egal wie klein das Ziel auch war.

Ich weiß, dass hier Menschen mitlesen, denen ich viel bedeute und die sich wünschen, dass ich schon viel früher mit meinen Problemen zu ihnen gekommen wäre. Ich hoffe, dass ihr weiterhin zu mir haltet und dieses Experiment unterstützt, aber auch akzeptiert, dass ich den Weg selbst vorgeben muss, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

Also, ich geh dann mal los. Wir sehn uns.

2 commenti su “Mein Weg aus dem Chaos in meinem Kopf

  1. Sven sagt:

    Ich bin gerade sprachlos und berührt zugleich. Wenn ich das nur im Ansatz geahnt hätte…
    Ich wünsche dir auf dem bevorstehenden Weg alles Gute und ich drücke dir die Daumen und begleite dich in Gedanken… Du packst das!!!

  2. Marlene sagt:

    Ich wünsche dir, dass du alles schaffst, um aus dem Teufelskreis herauszukommen. Ich fühle mit dir. Dein Schmerz seelisch und körperlich ist im jetzt, nur für heute, besser auszuhalten. Denke an den Weg den ich gehe vielleicht bringt er dich auch noch näher ans Ziel. Der Weg ist das Ziel. Ich hab dich lieb!

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