Warum man nach einer Kundenservice-Schulung nicht shoppen gehen sollte.

Für meinen neuen Job bei Primark fehlt mir noch das passende Schuhwerk. Da ich heute im Ramada-Hotel am Alex mein Customer Service Training hatte, dachte ich mir, gehe ich danach einfach schnell im Alexa nach Schuhen gucken.

In der Schulung habe ich heute so einiges über guten Kundenservice gelernt.

Wir begrüßen unsere Kunden.
Ich betrete den Laden. Die Dame an der Kasse ist in Schuhkarton-Zerreißen konzentriert.
Freundlichkeit, offene Körperhaltung, den Kunden anlächeln…
„Hallo, können Sie mir vielleicht helfen?“ Die Dame auf der Leiter sortiert weiter ihre Schuhkartons ins obere Regal. „Ja was denn?“ fragt sie und sortiert munter weiter. „Ich brauche geschlossene Schuhe, in schwarz, vielleicht Ballerinas mit Riemchen oder sowas. Haben sie die?“
Wir stellen keine geschlossenen Fragen (Fragen, die die Antwortmöglichkeiten begrenzen, z.B. Ja-Nein-Fragen oder Entweder-Oder-Fragen)
„Haben Sie denn schon in den Regalen da geguckt?“ … „Ähm… nein. Können Sie mir dabei helfen?“ Tatsächlich macht die Verkäuferin langsam Anstalten, die Leiter zu verlassen.
Der Kunde ist König.
„Na hier und da sind halt die Ballerinas. Andere haben wir nicht.“ „Bekommen Sie denn bald noch was dazu?“ (Ich meine, die Auswahl war echt karg und der Sommer steht vor der Tür, da ist so eine Frage ja nicht völlig aus der Luft gegriffen…) Ihre Antwort: „Keine Ahnung. Was anderes haben wir jetzt nicht.“

Ich hab mir dann alles weitere verkniffen und bin aus dem Laden gegangen. Dass das ein schlechter Kundenservice war, wäre mir auch ohne die Schulung heute klar gewesen, aber mit dem geballten Wissen über Do’s und Don’ts war das wie der Augenkrebs, den man bekommt, wenn jemand eine Leopardenleggins mit einem Neon-Oberteil kombiniert. Also quasi Servicekrebs. Schuhe hab ich jetzt auch noch keine. Verdammt.

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